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Donnerstag, 6. Mai 2010

Bücherei, nackig

Genervt und beschämt von den öffentlichen Wutanfällen eurer Kinder? Hier eine kleine, hoffentlich tröstende Geschichte aus der Rubrik "Du bist nicht allein!"

Der Tatort: Die örtliche, überfüllte Bücherei, ca. 17. 30 Uhr
Die Darsteller: Zwei maulende, unterzuckerte Kinder (Mutter hatte vor Abfahrt vergessen, sie mit stärkehaltigen Snacks aufzufüllen).
Eine ebenfalls maulende und unterzuckert Mutter (deren Blutzucker nach zu viel Schokolade um die Mittagszeit rapide abgefallen ist).
Requisiten: Eine Unmege Bücher in einer völlig überladenen Tasche

Was geschah:
Mutter (ich) zieht zwei maulende Kinder die Treppe nach oben zum Ausleihschalter.
Träger der Tasche reißt, alle Bücher landen auf dem Boden. Kind 1 (Mucki) nutzt die Chance, um in der Kinderbuchabteilung zu verschwinden, Kind 2 (Nini) verschwindet hinter einem Bücherregal.
Als ich wieder nach oben blicke, sehe ich Mucki mit drei weiteren Büchern nahen (u.a. Frederick auf türkisch!) und Nini, wie sie splitterfasernackt durch die volle Bücherei hüpft...

Und wenn ihr euch immer noch nicht besser fühlt,lasst folgendes Bild vor eurem geistigen Auge erscheinen:
Ich, ein schreiendes, halbnacktes Kind unter dem Arm ("Nackig sein!", "'lleine schaffen!"), einen maulenden Vierjährigen im Schlepptau ("Ich mag Fredrick aber in allen Sprachen!"), eine kaputte Tasche am Arm und einen nicht- auffindbaren Autoschlüssel in der Handtasche. Schon besser?
Danke, Evi!

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